Es hätt auch 1826 sein können - Kurztrip nach Schottland
Die Schönheit Schottlands ist kaum zu fassen. Egal, wo Josi und ich herumgeirrt sind, es fühlte sich an, als wären wir in der Zeit zurückgereist. Es hätte genauso gut 1826 sein können, gäbe es da nicht die App, die uns über kaum sichtbare Pfade leitete. Es war faszinierend zu beobachten wie sich meine Birne entspannt und sich wieder aufs Wesentliche besinnt, aufs Leben. Keine To-do-Listen, keine Masterpläne, einfach einen Fuß vor den anderen setzen und die unberührte Rauheit um uns genießen. So viel Schönheit kann weh tun.









Im Ernst: Wir hatten eine vierstündige Fahrt vom Norden der Isle of Skye zu unserem Airbnb bei Oban und haben nicht ein einziges Mal gedacht: ah, jetzt mal ne normale Aussicht. Nicht einmal. Es ist absurd. Und von den Straßen in unserem gemieteten Mini Cooper fange ich gar nicht erst an.
Natürlich wollte ich ein paar meiner Taschen mitnehmen und ein paar schöne Fotos machen. Früher hätte ich mich vermutlich stundenlang Shotlists geplant und eine übertriebene Auswahl an Ausrüstung mitgeschleppt, und dabei komplett übersehen, dass ich in Schottland im Urlaub bin. Das wäre natürlich kein Urlaub gewesen, und die Fotos wären vermutlich auch schlechter geworden. Aber vor ein paar Monaten ist in meinem Kopf ein Schalter umgelegt worden: das Leben zuerst, die Arbeit ordnet sich unter. Mit dem seltsamen Ergebnis, dass meine Arbeit besser wurde. Ich glaube, gerade bei kreativer Arbeit, ist erst das Leben Quelle wertvoller Inspiration. Ich setze mich nicht mehr vor ein leeres Blatt Papier, ohne dass ich aus irgendeiner Situation echte Motivation schöpfe. Ich vertraue endlich (wieder) darauf, dass mein Unterbewusstsein Probleme genauso gut löst wie mein bewusster Verstand, wenn nicht sogar besser.






Die Tasche auf den Fotos ist die JIRO. Ich habe sie als meinen perfekten Begleiter für das Wichtigste entworfen. Ein sicheres Sleeve fürs Handy, ein Fach fürs Portemonnaie (bei mir ein kleines, plus eine kleine Powerbank), ein weiteres Fach, das ich für den Schlüssel nutze, eine Art Umschlag für die Brille oder andere Kleinigkeiten, und eine Reißverschlusstasche, perfekt für den Reisepass oder andere flache Dinge, die man nicht ständig braucht. Ich will so bald wie möglich ein Video machen, das all diese Funktionen einzeln vorstellt, und dann auf Instagram und der kommenden Website posten.
Hier ein paar Orte, die wir in Schottland besucht haben und sehr empfehlen können, zum Wandern oder Übernachten:
Knochenhöhlen Trail - Inchnadamph


Fir Bhreugach Trail - Flòdaigearraidh (Isle of Skye)


Nutwood House in Strathpeffer

Perfekt. Gemütliche Bleibe, verzaubertes Dorf. Und gleich um die Ecke für Frühstück und Abendessen: Unwined Cafe
Roost Heuboden in Oban
Ein bisschen sehr Pinterest (wenn ihr's auf Teufel komm raus authentisch braucht), aber herrlich, um ein, zwei Tage auszuspannen. Ja, dass ist eine Badewanne mitten im Wohnzimmer.

Es spielt aber eigentlich keine so große Rolle wo ihr in Schottland hinfahrt. Alles geil.
Der ursprüngliche Auslöser unserer Reise war eigentlich im Schloss Edinburgh einen Harry-Potter-Film mit Live-Orchester zu sehen. Nun ja, es wirkte in der Anzeige so, dass man den Film irgendwo in der Burg sehen würde, was eine herrliche Umgebung dafür gewesen wäre. Wir hatten uns vorgestellt, wir säßen mitten in Hogwarts. Nope: Direkt neben der Burg steht ein richtiges Stadion, in das Tausende Nerds wie wir hineinpassen. Das Royal Scottish National Orchestra war fantastisch, und der Gefangene von Askaban ist sowieso großartig, aber man konnte die Burg hinterm Stadion nicht mal sehen, was sehr enttäuschend war. - Ich habe grad nochmal geguckt: es lag wohl daran, dass wir zu nah an der Bühne saßen. In den Reihen ganz hinten war's wohl zu sehen... trotzdem.

Habt einen schönen Sommer!